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Hardtail oder Vollgefedert (Fully) MTB ?

Cannondale Hardtail oder Vollgefedert (Fully) MTB ? - Conwide – Community-Kontakt-Portal

Wir hatten die Freude zwei Fahrräder über einen längeren Zeitraum zu testen. Doch unterschiedlicher konnten die zwei Fahrräder in der Textpraxis nicht sein. Das eine Fahrrad ist das bekannte und klassische Hardtail mit 26er Laufradgröße und das andere ein Full-Suspension mit 29er Laufradgröße, auch Twentyniner genannt. Damit testeten wir mehrere Faktoren, einmal die Laufradgröße und gleichzeitig die Frage ob Vollfederung am Fahrrad nötig ist oder nicht. Materialeigenschaften und Rahmengeometrie haben den größten Einfluss auf das Fahrverhalten und wirken auf eine Person unterschiedlich. Sogar einfachste Veränderungen desselben Fahrrad-Typs verändern das Fahrempfinden wie beispielsweise Reifentyp, Reifenbreite oder Felgentyp. Einzelurteile und gar Vergleichstest sind bei Fahrrädern daher schwierig und können nur allgemeine Richtwerte abgeben.

Unterschied der Laufradgröße 26 / 27.5 / 28 und 29 Zoll beim Fahrrad?

Die neuen 29 Zoll Reifen (Twentyniner) sind von der Felgengröße im Durchmesser genauso groß wie die 28 Zoll bei bekannten Cross- oder Trekkingfahrräder. Einziger Unterschied sind die größeren Mäntel bei den 29er Fahrräder!

Hardtail oder Fully - Felgendurchmesser 29, 28, 26 - Conwide – Community-Kontakt-Portal

Felgendurchmesser:

  • 55,9 cm = 26 Zoll
  • 58,4 cm = 27,5 Zoll
  • 62,2 cm = 28 und 29 Zoll

Mantelhöhe:

  • Mantel-Höhe 3,5 cm =
    Cross Fahrrad 28 Zoll mit Schwalbe Marathon Bereifung (42-622, 28 x 1.6)
  • Mantel-Höhe 5,0 cm =
    Cannondale Rush 29 Zoll mit WTB Cannondale Bereifung (50-622, 29 x 2.0)

+ Allgemeine Kraftübertragung beim Hardtail oder Fully Fahrrad?

Der englische Begriff Hardtail bedeutet, dass das hintere Teil (PoPo) des Fahrrads über keine Federung verfügt. Während ein Full-Suspension oder abgekürzt Fully ein vollgefedertes Fahrrad ist. Sie können sich jetzt schon vorstellen, dass die Kraftübertragung bei Hardtail Fahrräder besser ist, da beim Treten in die Kurbeln nichts mitschwingen kann. Jedoch haben heutige Full-Suspension-Bikes das systembedingte Wippen beim Treten deutlich reduziert und ist bei hochwertigen Modellen kaum zu spüren. Denn auch bei Hardtail-Fahrräder verliert man spätestens an Kraftübertragung dann, wenn die Strecke unebenen wird, zum Beispiel bei Schotterwegen – beziehungsweise man setzt mit der Kraftübertragung kurzzeitig aus. Mit einem Fully kann man in der Regel gemütlich weitertreten.
+ Material Carbon-Rahmen oder Alu-Rahmen beim Fahrrad?

Während das uns von getestete 29er Cannondale Fahrrad einen Alurahmen besitzt, verfügt das 26er Cannondale Fahrrad über einen Carbonrahmen mit besonderer Verarbeitung. Erstens hat Carbon zu Aluminium die Eigenschaft, dass Erschütterungen der Straße leichter geschluckt werden und zweitens verfügt das Cannondale Flash 3 Carbon noch über zwei andere wichtige Bauart-Eigenschaften (Speed-Save und Speed-Save-Plus). Nachteile von Carbon sind aber die etwas behutsamere Handhabung. Carbon-Teile mögen es nicht so sehr, wenn nach Gefühl eine Schraube eingedreht wird. Auch mögen Carbon-Rahmen keine Quetschungen, die beispielsweise bei Auto-Fahrradhalterung vorkommen können.
+ Speed-Save und Speed-Save-Plus Rahmen beim Fahrrad?

Besonders der hintere Teil eines Fahrrads entscheidet über Komfort und verlustfreie Kraftübertragung (Steifigkeit). Die unterschiedlichen Fahrrad-Hersteller können mit Veränderung der Rahmengeometrie und Materialverarbeitung diese Eigenschaften ändern. Bei dem Cannondale Flash Carbon ergeben sich aufgrund der Speed-Save Konstruktion zusätzliche Vorteile:

Reduzierung der auftretenden Seitenkräfte bei hohen Kurvenfahrten mit der Speed-Save Konstruktion. Dadurch bleibt die Kraftübertragung und die Stabilität mit erhöhter Geschwindigkeit auch in Kurven erhalten, Seiten- und Verwindungssteifigkeit (vertikale Sicherheit). In Verbindung mit dem Material Carbon ist die zusätzliche Speed-Save-Plus-Konstruktion für die Dämpfung zuständig. Damit die Erschütterungen von der Straße nicht vollständig zum Sattel und damit an den Fahrer weitergeleitet werden, wird je nach Hersteller der hintere Rahmen technisch anders verarbeitet. Wie eine Art Mikro-Stoßdämpfer wirkt der hintere Rahmen des Cannondale Flash F3 Carbon. Leichte Erschütterungen der Straße werden auch ohne Dämpfungskartusche über den hinteren Rahmen aufgenommen (Absorption). Dieser Erschütterungen werden vom Rahmen regelrecht geschluckt.

Testergebniss und Fahreindruck
Cannondale Flash MTB im Vergleich mit Cannondale Rush MTB

Test
Cannondale Flash F3 Carbon Hardtail 26er

Vergleich Hardtail zu Fully, Cannondale Flash Carbon zu Rush - Conwide – Community-Kontakt-Portal

Cannondale Flash 3 Carbon, 26er – ausgelegt für den profi-sportlichen Fahrer, 2 x 10 Gänge und Fatty-Gabel Federung vorne / Modell: 2013 / Ausführung L / Neupreis: 2.299 €

Das Cannondale Flash Carbon mit 26 Zoll Radgröße überzeugt uns durch das sportliche und direkte Fahrverhalten. Ähnlich wie bei einem rassigen Sportwagen erlebt man das Fahrradfahren mit dem Cannondale Flash in Carbon Ausführung direkter und durch das aktive Wirken des Fahrers immer. In Kurven bleibt das Fahrrad stabil und man hat das Gefühl, man kann in Kurveneingängen noch fleißig weitertreten ohne das Gefühl zu bekommen man küsst gleich den Boden – dennoch ist auch hier Vorsicht geboten. Auch bei Bergauffahrten spüren wir die Vorteile des Carbon Hardtail im Vergleich zum vollgefederten Alufahrrad. Das 26 Zoll Carbon Hardtail spielt sich regelrecht die Berge hoch, auch wenn sie natürlich fleißig weiter treten müssen. Doch das Hardtail Flash macht bergauf einfach mehr Spaß, als das Fully Rush. Auch der Vortrieb, wenn im Sitzen in die Pedale getreten wird ist schnell und kräftig, trotzdem aber sanft.

Test
Cannondale Rush Fully Aluminium 29er

Vergleich Hardtail zu Fully, Cannondale Flash Carbon zu Rush - Conwide – Community-Kontakt-Portal

Cannondale Rush 1 Aluminium, 29er – ausgelegt für den ambitionierten-sportlichen Fahrer, 3 x 10 Gänge und Rock Shox Federung vorne und hinten / Modell: 2014 / Ausführung L / Neupreis: 1.999 €

Das Cannondale Rush mit 29 Zoll Radgröße überzeugt uns durch das komfortable Fahren. Vordergründig ist die höhere und entspanntere Sitzposition dafür verantwortlich, so ähnlich wie bei einem Cross- oder Trekkingfahrrad. Das Cannondale Rush ist in Kombination mit der aufrechteren Sitzposition, Vollfederung und 29 Zoll Laufradgröße mit einem Jeep (SUV) zu vergleichen. Man kann mit diesem Fahrrad aber auch richtig Speed geben. Dieses Sicherheitsgfühl was viele beim 29er Fahrrad bei Tests als positiv herausstellen, sehen wir hingegen auch als einen Risikofaktor.

Bei Bergabfahrten vermissen wir das direkte Fahrgefühl von Geschwindigkeit im Vergleich zum 26er Hardtail. Mit dem 29er Fully haben wir das Gefühl, dass die Geschwindigkeit nicht hoch genug sein kann. Irgendwie verleitet uns die aufrechtere Sitzposition in Verbindung mit den Fully-Eigenschaften zu schnellen Fahrten. Auch auf geteerten Straßen fehlt uns das direkte Fahrgefühl im Vergleich zum Hardtail. Man sucht regelrecht mit dem Fully Fahrrad die Löcher im Boden, um den direkten Fahrspaß wie beim Hardtail zu erleben. Damit verleitet uns das Cannondale Rush, als 29er Full-Suspension Version über alles hinwegzuwälzen. Von Schotterwegen bis zu größeren Bodenunebenheiten (Wellen). Mit dem Hardtail würden wir große Bodenunebenheiten nicht direkt freiwillig wählen, da wir entweder öfters aus dem Sattel steigen müssten, um die Erschütterungen auf die Oberschenkel weiterzuleiten oder ein Ausweichmanöver einleiten müssten. Solche Ausweichmanöver können aber zu Fahrfehlern und damit zum Sturz führen. Bei einem 29er Fully Fahrrad kann man sich in der Praxis spurtreuer verhalten, was die Sicherheit auf ungleichen Wegen erhöht. Trotzdem sind wir der Meinung, dass auch ein 29er Fahrrad oder hier das getestete vollgefederte Fahrrad zu einer Überschätzung von Fahrerkönnen führen kann. Man gewöhnt sich schnell an die Mentalität: “Nimm jede Unebenheit der Wege mit, gib Gas, es kann nichts passieren”. Eine Art Rauschgefühl wird beim Fully regelrecht gebraucht und kann zur gefährlichen Sucht werden, weil man das Fahrraderlebnis nicht so direkt und permanent spürt wie beim Hardtail. Auch sind die Aussagen einiger Testberichte, dass ein 29er Reifen im Vergleich zu einem 26er Reifen mit besseren Gripverhalten zu runden ist – mehr als unsinnig. Es wird argumentiert, dass der 29er Reifen mehr Bodenkontakt (Fläche) als ein 26er Reifen hat. Weniger erwähnt werden dabei aber Luftdruck, als auch Materialeigenschaften und Breite des Reifens. Wir empfehlen, die Standard-Bereifung auf dem Cannondale Rush zu überdenken. Auf feuchtem Untergrund machten wir die Erfahrung, dass die vergleichsweise schmalen Reifen (2.0) verdammt rutschig sind. Mehrere Ursachen kommen dafür in Frage:

  • Die relativ hohe Bereifung beim 29er Fahrrad wird von der 28er Felge nicht richtig gehalten (Reifen kippt seitlich ab)?
  • Dem Mantel fehlt es schlichtweg an Grip, besonders auf feuchtem Untergrund?
  • Die Reifenbreite ist für die Größe und das Gewicht des 29er Fahrrads zu schmal?

Denn auch auf trockenen Strecken und einer Woche täglicher Testfahrt blieb das schwammige Kurven-Gefühl, das uns das 29er Fahrrad beim Einlenken in Kurven vermittelte. Dieses schwammige Gefühl hatten wir mit einem anderen 29er Fahrrad genauso. Man kann aber diesen Nachteil als sicherheitsrelevanten Vorteil sehen, da man mit geringer Geschwindigkeit in Kurven einlenken möchte. Jede Ausfahrt wird damit zum Test für uns, da das Vertrauen zum 29er Fahrrad langsamer aufgebaut wird, als zum 26er Fahrrad.

Unser Zwischenstand
Cannondale Flash MTB im Vergleich mit Cannondale Rush MTB

Das 26er Hardtail Fahrrad erfordert zwar mehr Körperarbeit und hat ein direktes Fahrspaßerlebnis, doch das 29er Fully Fahrrad schont auf längeren Strecken sehr wahrscheinlich mehr die Rückenpartie als auch den Nackenbereich. Ein Arzt würde uns daher das vollgefederte Fahrrad empfehlen. Wir sind aber der Meinung, dass die Körperarbeit mit dem 26er Hardtail Fahrrad die Muskelgruppen gleichermaßen trainiert. Aufgrund der sportlichen Sitzposition und unserer Körpergröße von 1,85 meter erreichen wir beim Cannondale Hardtail eine Sattelüberhöhung von 2 bis 3 cm (Sattel steht im Vergleich zum Lenker 2 bis 3 cm höher). Dabei werden die Schultern als auch der Rücken gleichermaßen beansprucht, besonders dann – wenn man aufgrund von großen Bodenunebenheiten aus dem Sattel gehen muss und dadurch also körperlich, als auch mental aktiv arbeitet. Beim 29er Fully haben wir überhaupt keine Sattelüberhöhung und die Schulterpartien mit Armen sowie den Händen werden weniger beansprucht. Diese Null-Sattelüberhöhung beim 29er Fully wird aufgrund des nach oben gekrümmten Lenkers erreicht. Der Neigungswinkel des Vorbaus ist bei beiden Fahrrädern fast identisch.


Dennoch stellen wir uns die Frage, ob nicht bei Bergauffahrten der Rücken und die Hüften beim 29er Fully mehr aushalten müssen, da das gesamte Körpergewicht auf dem Sattel aufgrund der aufrechteren Sitzposition stützt? Oder anders gesagt, die Gewichtsverteilung lastet bei aufrechterer Sitzposition mehr Richtung Sattel und damit doch auf Rücken, Hüfte und Hinterteil? Auch bleibt man beim Fully viel mehr sitzen und eine aktive Trainierung verschiedener Muskelgruppen findet im Vergleich zum Hardtail weniger statt.

Unser Fazit
Cannondale Flash MTB im Vergleich mit Cannondale Rush MTB

Der Fahrer erlebt mit dem Cannondale 26er Hardtail direkten Fahrspaß, leider mit dem Nachteil oder auch Vorteil der erhöhten Aufmerksamkeit bei anspruchsvollen Bergabstrecken. Das Cannondale 29er Fully Rush erhöht dagegen die Sicherheit bei Bergabstrecken durch die Haltung der Spurtreue, aber mit der Sucht zu riskanten Ausfahrten. Im Transport und auf engen Wegen, sowie engen Kurven ist das kompakte Hardtail klar angenehmer zu bewegen. Denn das 29er Fully Fahrrad von Cannondale hat nun mal sperrige Ausmaße (Lenkerbreite, Reifengröße, Gesamtgröße). Wir können uns trotzdem nicht entscheiden, da uns zudem Langzeitergebnisse fehlen. Besonders aufgrund körperliche Hindernisse wissen wir nicht, was medizinisch gesprochen und für den Trainingsaufbau besser wäre. Die einen sagen, das Fully Fahrrad schont den Körper des Fahrers, während wir dazu tendieren zu sagen, das Fully Fahrrad trainiert nicht alle Muskelgruppen. Wenn die finanziellen Mittel es erlauben würden, dann würden wir wohl beide Fahrräder kaufen und je nach Einsatzzweck oder Lust und Laune die Fahrräder im Wechsel verwenden.


Beide Cannondale Fahrräder Flash (Blitz) und Rush (Rausch) sind damit nicht zufällig gewählt. Wir sind erstaunt, wie zutreffend diese beiden Modell-Bezeichnungen bei Cannondale in der Realität zutreffen. Das Cannondale Flash mit 2×10 Gängen und der typischen Fatty Gabel ist eindeutig für den Renneinsatz (Profi) konzipiert, während das Cannondale Rush mit 3×10 Gängen eher ein MTB-Cross-Bike für längere Ausfahrten (Trailtouren) geeignet ist. Ab regelmäßigen Tagestouren von über 60 Kilometern würden wir daher auf das Cannondale Rush setzen.
Quellenangaben +

Author: Sebastian Dalipi
Webseite:
http://www.cannondale.com/nam_en/2015/bikes/mountain#bikes_mountain_xc-hardtail
http://www.cannondale.com/nam_en/innovation/Save_Technology/
Bild im Header:
Fotograf: http://www.cannondale.com/nam_en/2015/bikes/mountain

Kommentare +
1 Kommentar
  1. Author
    Sebastian Dalipi 2 Jahren vor

    Update!

    Mittlerweile haben wir ein 29er Fully Bike gefunden, das uns von vielen anderen Testbikes überzeugt hat. Dennoch werden wir auch ein 26 und 27,5 Zoll MTB-Bike mit in den Fuhrpark aufnehmen.

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