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Psychologie Basics (Einführung)

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Ziel dieser aktuellen Seite ist es einfache Grundkenntnisse der Psychologie zu erwerben als auch eine andere Perspektive über spätere Abläufe zu erwerben. Wohlgemerkt nutzen wir dabei nicht immer die 100-prozentige Sprache der Psychologie. Viele Kenntnisse der Psychologie werden heute angewandt ohne zu wissen, dass die Erkenntnisse aus dem Bereich der Psychologie hervorgehen. Im Personalmanagement werden beispielsweise die psychologischen Kenntnisse: » Führungsstile, eindimensional oder situativ .. ? « und » Erster Eindruck, Beurteilungsfehler (Arbeit)? « genutzt.

Psychologie Ausrichtung?
Theoriengebilden in der Psychologie

Theoriengebilden
in der Psychologie →
Kognitivismus, Konstruktivismus
[ Schaffung neuer Sichtweisen ]
Humanistisch Behaviorismus Psychoanalyse
[ Tiefenpsychologie,
postdiktiver Determinismus (Rekonstruktion eines auftretenden Ereignisses) ]
Maßgebende Ursachen des Verhaltens → Erkenntnisstrukturen der Informationsverarbeitung Selbst gesteuert Milieubedingungen
[ Reize, Verstärker ] duch die Umwelt bestimmt
mehr unbewusste, komplexe Triebfixierungen
[ Instinktgeleitet ] durch die Vererbung frühe Erfahrungen
Untersuchungs-
gegenstand
Erleben →
Bewußtsein
[ Gedächnis und Sprache ]
Erfahrungen und
Entfaltungs-
möglichkeiten
Äußere Verhalten beobachten
[ Reaktionen, Reflexe ]
Unbewusste Inhalte
[ Triebe und Konflikte ]
Menschenbild → Der Mensch ist konstruktiv, besitzt Einsicht, Verantwortung und Entscheidungsfreiheit Der Mensch wird durch seine Lebenserfahrungen und Ziele bestimmt Der Mensch ist durch seine Umgebung bestimmt Der Mensch ist Gefangener seiner Triebe
Psychologen
wenige Beispiele →
Edward Tolman, Kurt Tsadek Lewin, Jean Piaget, Wolfgang Köhler, Kurt Koffka, Max Wertheimer, Karl Duncker, Herbert Simon, Avram Noam Chomsky Alfred Adler, Carl Rogers, Abraham Maslow Wilhelm Maximilian Wundt, John Watson, Burrhus Skinner,
Ernst Heinrich Weber, Iwan Petrowitsch Pawlow, Gustav Theodor Fechner, Erik Homburger Erikson, Jose Delgado
Sigmund Freud, Carl Gustav Jung

Psychologie Einführung
Auszüge von Begriffsbestimmungen

Verhalten in der Psychologie erklären?

Die Psychologie hat es sich zur Aufgabe gemacht menschliches Verhalten und dessen innere und äußere Ursachen zu erforschen. Das Wort Psychologie stammt aus den griechischen Wörtern ´Psyche´ und heißt das Leben und ´logos´ bedeutet dabei die Erklärung.

Das Ziel der Psychologie ist es, das Verhalten und das Erleben ?Innerpsychischen Prozesse (aktiven Prozesse): Empfindungen, Denken, Wahrnehmung und auch eigene Erfahrungen, die aus dem Verhalten erschlossen werden kann [ Indikatoren ], wie Einstellungen, Überzeugungen, Motivation und mehr.. .

  • zu beschreiben [ deskriptiv ]
  • zu erklären [ explikativ ]
  • und Voraussagen darüber zu treffen [ prognostisch ]

um folglich Handlungsalternativen für ein besseres Wohlbefinden für sich und aller zu entwickeln.

Dieses Themengebiet, den Menschen zu einem erfüllteren Leben zu verhelfen, wurde lange Zeit vernachlässigt und soll mit der positiven Psychologie aufgeholt werden.

Vorgehensweise der Psychologie

Die Psychologie baute früher auf der Philosophie (Platon, Hippokrates, Aristoteles, René Descartes ..) und später auf der Empirie auf. Aus der geisteswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Disziplin ist die Psychologie heute, zu einer experimentellen wissenschaftlichen Psychologie geformt worden. Jedoch bleiben die Erfahrungen und die Logik als Fundament bestehen.

Bereits Plato (427 bis 347 vor der Zeitrechnung) sagte, dass den menschlichen Sinnen nicht getraut werden dürfte, da sie unzuverlässig arbeiten. Sie können deshalb zur wahren Erkenntnis nichts beitragen. Aristoteles (384 bis 322 vor der Zeitrechnung) war ein Schüler Platons und ging dabei faktischer, dabei wird Watson (1968) als erster Psychologe bezeichnet.

Emperie

Empirische Untersuchung bedeutet für die Psychologie heute, dass eine aufgestellte Hypothese [ griechisch, Unterstellung ] die auf Erfahrungswerten beruht, mit Hilfe von entsprechenden Messmethoden untersucht wird. Die Ergebnisse müssen dabei objektiv, reliabel [ zuverlässig ] und bei Wiederholungen unter sonst gleichen Bedingungen zu gleichen Ergebnissen führen, also letztendlich valide [ gültig ] sein. Mit dieser empirischen Validität ist es möglich Verhaltensweisen vorherzusagen.

Auch wenn eine aufgestellte Hypothese (Annahme, Vermutung) manchmal zu einem psychologischen Gesetz erhoben werden, sind Hypothesen damit noch nicht bewiesen.

Erweist sich die Hypothese als richtig, spricht man von einer Verifikation und bei einer nicht Bestätigung, spricht man von einer Falsifikation. Hypothesen sind also erstmal nur das Werkzeug der Theorie, der ´empirischen Untersuchung´ (Empirie = Beobachtungen und messbare Fakten).

Um beispielsweise Begriffe wie Intelligenz oder Persönlichkeit zu fassen, behilft man sich sogenannter Konstrukte. Denn Intelligenz, Persönlichkeit und viele andere Begriffe sind nicht direkt messbar oder auf ein beobachtetes Verhalten zu bestimmen. Mit Konstrukten erschließt man sich die Vermutung ab, die dann dabei messbar, prüfbar und gültig sind (Emperie).

Beispiel Konstrukt:
Beziehungsglück oder Kundenzufriedenheit?

An diesen einfachen Worten – Beziehungsglück, Kundenzufriedenheit – wird Ihnen schnell klar, dass diese Begriffe nicht direkt messbar sind, sondern nur mithilfe vieler direkt messbaren Variablen möglich ist. Was könnten also für messbare Variablen gefunden werden, um das “Glück in einer Partnerschaft” als Konstrukt genauer zu beschreiben? Oder reichen Ihnen die Aussagen, wenn es dort beispielsweise heißt: 80% der Paare sind am glücklichsten, wenn sie viel Sex haben? Was ist denn mit den vielen anderen Variablen, wie beispielsweise positive und negative Emotionen (Nähe, Bestätigung, Zufriedenheit..), Wohn- und Arbeitsverhältnisse, finanzielle Verhältnisse? Wirken nicht alle diese Variablen sich auch auf das “Glück in einer Partnerschaft” aus und sogar auf die Libido (sexueller Appetit)?

Durch die Operationalisierung (Messbarmachung) der einzelen Variablen kann später gesagt werden, was “glückliche Beziehungen” denn überhaupt ausmachen. Um die Messverfahren leichter zu verstehen, nehmen wir hier die Kundenzufriedenheit. Als objektive Messverfahren können bei der Kundenzufriedenheit der Umsatz und Marktanteil, teilnehmende Beobachtung (Mystery Shopping ..) und nicht teilnehmende Beobachtung (Videokamera ..) als Verfahren eingesetzt werden und als subjektive Messverfahren die Kundenmeinungen eingesetzt werden.

Unterscheidung von Konstrukten

  1. Deskriptive Konstrukt [ beschreibend einordnen ]
    Deskriptive Konstrukt versucht konkrektes Verhalten in Klassen einzordnen, z.B. Ehrlichkeit, Ängstlichkeit, Extraversion, Ausgeglichenheit. Es liefert uns eine Möglichkeit, Menschen danach zu beschreiben. Zum Beispiel ähnlich oder unähnlich und im Hinblick auf dieses Merkmal eine begründete Annahme zu entwickeln, mit welcher Wahrscheinlichkeit jenes in Zukunft, mehr oder weniger eintreffen könnte.
  2. Explikative Konstrukt [ erklärendes ]
    Explikative Konstrukt sucht nach einer Erklärung des unterschiedlichen Verhaltens. Zum Beispiel Unehrlichkeit beziehungsweise Ehrlichkeit. Dafür werden zum Beispiel Lernvorgänge herangezogen, um die Unehrlichkeit bzw. Ehrlichkeit zu erklären. Das Lernen selbst wird auch als ein Konstrukt behandelt, da es selbst nicht direkt beobachtbar ist, aber mittels “Änderung von Verhaltensweisen”, kann durch Beobachtung darauf geschlossen werden, das ein Lernprozess stattfindet. Klingt jetzt vielleicht etwas verwirrend, doch man kann sagen: Lernen ist im Hinblick auf Ehrlichkeit ein erklärendes Konstrukt.

Mikrosystem, Mesosystem, Exosystem, Makrosystem

Aus der kurzgefassten Tabelle ist erkennbar, dass psychisches Geschehen nicht nur isoliert betrachtet werden sollte, sondern immer im Kontext zu den einzelnen Systemen. Jedes Individuum steht in Wechselwirkung zu den verschiedenen Hierarchien. Deshalb kann jeder einzelne zur Entwicklung, des anderen Individuums, beitragen. Deutlich wird auch, dass der Mensch sich in den wenigsten Fällen vom Kontext und somit dem System einer Gesellschaft abkoppeln kann.

In der Entwicklungspsychologie wird von einem “interaktionistischen Konzept” gesprochen: Mensch und Umwelt beeinflussen sich gegenseitig. Er ist somit Gestalter [ aktiv ] und ein Produkt [ reaktiv ] des Gesamtsystems.

Kontext eines Individuums
Die Bedingungen und die Folgen der jeweiligen Person

1. Mikrosystem
Familie, Familienstruktur, Kommunikationsmuster,
Bewältigungspotential der Familie
2. Mesosystem
Umlagert gewissermaßen das Mikrosystem;
Aktive Beteiligung der entwickelnden Person in:
Schulklasse, Arbeitsplatz, Kollegen, Nachbarn, etc.
Individuum
Persönliche Geschichte, Lebensereignisse, kognitive Stile,
Selbstkonzept, etc.
3. Exosystem
Keine aktive Beteiligung der entwickelnden Person, keinen
direkten Kontakt zu den Ereignissen; jedoch finden Ereignisse statt die den Lebensbereich der
Person beeinflussen! z.B. Arbeitsplatz der Eltern und des Partners, Freunde
4. Makrosystem
Einwirkung auf Sozialisationsprozesse,
z.B. die Kultur von Schulen, Politik.

Wahrnehmung Psychologie

Das Wort Wahrnehmung ist bis heute in der Psychologie unscharf definiert. Die Psychologie erlangte im Bereich der Wahrnehmung, Erkenntnisse aus dem Bereich der Sinnes- und Nervenphysiologie, die sogenannte Psychophysik ?[ Begründer der Psychophysik: Ernst Heinrich Weber (1795 – 1878), deutscher Anatom und Physiologe – Gustav Theodor Fechner (1801 – 1887), deutscher Physiker und Philosoph ]. Die wissenschaftliche Erforschung zwischen einem ausgehenden Reiz [physikalisch] und den daraus resultierenden Erlebnissen [psychisch] werden in mathematischer Form untersucht. Untersuchungen und viele Testreihen zeigen, wie unsere Sinnesorgane [ sehen, hören, schmecken, riechen, berühren ] reagieren und welche Leistung sie erbringen können, z.B. wie hoch die Intensität sein müsste, um unsere Sinne zu aktivieren.

Einfache Abfolge und Erklärung
von Wahrnehmung

  1. Ein Reiz oder Stimulus
    → eine Anregung, die bei bestimmter Intensität etwas in Gang setzt
    → ein Signal wird gesendet, z.B. die Lichtenergie, Geräusche, bewegende Objekte usw.
  2. Rezeptoren
    Einzelne Rezeptoren [ das Empfangs- oder Aufnahmeorgan ]
    → hier: unsere Sinnesorgane werden durch den Reiz erregt und weiter an das Zentrale Nervensystem ?Das ZNS (Zentrales Nervensystem) besteht aus dem Gehirn (cerebrum, encephalon) und dem Rückenmark (medulla spinalis). Es stellt in seiner Gesamtheit wohl das komplexeste Organ dar, welches dem Menschen bekannt ist. Es enthält mehr als 100.000.000.000 (100 Milliarden) Nervenzellen (Neurone) und mindestens doppelt so viele spezielle Bindegewebszellen (Glia). Diese ungeheure Menge an Zellen kommuniziert auf vielfältigste Art und Weise miteinander, um dem Organismus die Bewältigung seiner komplexen Lebensweise zu garantieren. Als Gesamtprodukt entstehen hierbei erstaunliche Fähigkeiten wie: * logisches Denken, * das eigene Bewußtsein, * Emotionen / Gefühle, * und verschiedenartige Lernvorgänge. Ebenso von höchst praktischer Bedeutung ist die präzise Bewegungskoordination des Körpers (Motorik) und die zuordnende Erkennung des eigenen Körpers (Sensibilität) in einer ständig wechselnden Umwelt, welche durch Sinneseindrücke erfasst wird. All dies bedarf schließlich noch der Regelung sämtlicher Körperfunktionen zur Aufrechterhaltung unserer inneren Bedingungen (Homöostase). Bisher ist es keiner Maschine gelungen, jene genannten Leistungen dem Menschen nachzuahmen, die wir als selbstverständlich hinnehmen. → Quelle vollständig aus: http://www.dr-gumpert.de/html/zns.html geleitet
    → wir empfinden z.B. die Farbe rot oder empfinden Schmerz.
  3. Bedingungen
    Im Gehirn wird der Reiz mit den inneren Bedingungen verknüpft und verarbeitet [ Prozess ].
  4. Realität
    Danach entsteht das, was wir Realität nennen → unsere Wahrnehmung.

Innere Bedingungen sind zum Beispiel: Bestimmte Erfahrungen, Aufmerksamkeit, Einstellungen, Bedürfnisse, Gewohnheiten, Gedanken, Gefühle, Motivation und von entscheidender Bedeutung auch unsere aktuelle Stimmung und andere Bedingungen. Aus dieser Informationsverarbeitung [ Prozess ] geben wir dem ganzen einen Bedeutungsgehalt – unsere Wahrnehmung entsteht. [ Reiz, innere Bedingungen, Aktion ]

Beispiel von Wahrnehmung

In gleichen Ausgangssituationen [ Reiz ] wo zunächst objektiv betrachtet gleiche Bedingungen vorliegen, nehmen verschiedene Personen nicht das gleiche, sondern in Abhängigkeit ihrer inneren Bedingungen – die Realität – anders wahr und damit stets subjektiv. Wenn vier Personen sich das selbe Bauwerk zur selben Zeit/Wettersituation ansehen, werden aufgrund der individuellen Prozessverarbeitung (Erfahrungen, Einstellungen, Deutungen..) unterschiedliche Aussagen über die Merkmale und Eigenschaften des Gebäudes folgen. Ein anderes Beispiel finden wir bei gemeinsamen Spaziergängen. Auch dort können die Eindrücke (Wahrnehmung) sehr unterschiedlich ausfallen. Während die eine Person noch tiefgründig über den letzten Satz des Partners nachdenkt, beobachtet die andere Person schon die Tierwelt oder begegnet andere bekannte Menschen. Über die individuelle Prozessverarbeitung wird das Wahrgenommene und damit der Verlauf des gemeinsamem Spazierganges anders erlebt.

Aktiv an der Wahrnehmung beteiligt

Durch diese Verarbeitung im Gehirn ist der Mensch aktiv an dem Wahrnehmungsprozess beteiligt und nicht nur passiv beteiligt, wie beispielsweise beim Kniesehnenreflex ?Eine Streckung des Unterschenkels erfolgt bei Beklopfen des Kniescheibenbands, Prüfung der Eigenreflexe.. .. [ reiner Reiz-Reaktions-Ablauf ]

Unserer Gedanken, Erfahrungen und unsere Aufmerksamkeit bewerten letztendlich den eingehenden Reiz. Wir reagieren darauf entweder mit einem Handeln des Wollens → “Appetenz” oder mit einer Ablehnung → “Aversion” der augenblicklichen Situation. Ein Reiz selber muss dabei eine bestimmte Stärke aufweisen [ Reizschwelle ], um eben noch bemerkt zu werden. Die Intensität bestimmt dabei, ob wir etwas angenehm oder schmerzhaft empfinden.

Aufmerksamkeit

Aufgrund des Überangebots der Reize im alltäglichen Leben, muss unser Gehirn oft zum Schutz des Reizüberangebots eine Vorrangigkeit vornehmen, welches Signal → welche Information zuerst bearbeitet werden soll. Gleiche Verarbeitung aller aufgenommenen Reize ist mehr oder weniger nicht möglich. Wir selektieren [ filtern; gesteuerte Auswahl von Reizen ] unsere Umwelt. Die Vorauswahl wird unter anderem durch vertraute Reize, Reize die wir mit Lust, Geborgenheit, unsere Wünsche und Motive leichter erfolgen. Aber auch Reize, die uns Gefahren signalisieren, werden blitzschnell in die gewünschte Richtung gelenkt.

Formen von Aufmerksamkeit

Abhängig von Verarbeitungsgeschwindigkeit, Erfahrungswerten, Übungswerten und Schwierigkeitsgrad.

  • selektive Aufmerksamkeit oder
    blind durch Ablenkung, das Offentsichtliche nicht sehen
    [ z.B. Sie schauen auf die Uhr oder auf Ihr Handy und wissen trotzdem die Uhrzeit nicht
    Sprichwort: Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen ]
  • geteilte Aufmerksamkeit
    [ auch Multitasking genannt, z.B. Fahrradfahren und auf den Verkehr achten, Telefonieren und gleichzeitig Kundenaufträge in PC eintippen ..]
  • Daueraufmerksamkeit
    [ z.B. bei Prüfungen ]

Konzentrierte Wahrnehmung Alltag

Das Erlernen des Auto fahrens ist mit dem Erlernen und Steuern des Fahrzeuges mit Konzentration auf den Verkehr verbunden. Gleichzeitig müssen dabei noch die Anweisungen des Fahrlehrers beachtet werden. Diese komplexe Situation zu kontrollieren ist für Führerscheinanfänger nicht so leicht. Aus dem Bedürfnis heraus die Führerscheinprüfung bestehen zu wollen, richteten wir konzentriert unsere Wahrnehmung / Aufmerksamkeit auf die Situation und trainieren für diese Anforderungen unsere Sinne. Durch die Verbesserung der motorischen und physischen Fertigkeiten konnten wir die Informationen über den Verkehr und über den Fahrlehrer besser aufnehmen und umsetzen (denken, schalten, lenken, kuppeln, Rückwärts- und Seitwärtsblick, Schulterblick, zuhören, vorausschauen ..). Nach Abschluss dieses Trainings erfolgt diese Wahrnehmung automatisiert.

Multitasking
[ geteilte Aufmerksamkeit ist die gleichzeitige Ausführung von mehreren Tätigkeiten ]

Die geteilte Aufmerksamkeit ist eine individuelle Angelegenheit und ist immer in Abhängigkeit vom Grad der Übung und der Aufgabenstellung. Bei höherer Komplexität der Aufgabenstellung hingegen wird die Effektivität gesenkt und demzufolge meist auch der Stressfaktor erhöht. Die Behauptung wie in www.welt.de “Multitasking macht Arbeitnehmer dümmer”, ist nicht haltbar und entzieht sich jeder Grundlage! Solche Phrasen, um die Aufmerksamkeit in der Headline zu erhöhen werden zu Unmengen produziert und sind einfach nur schädlich! Besonders da es sowieso schon vorab impliziert, dass man vorher dumm sein muss, um noch dümmer zu werden.

Denken / Kreativität

Die Psychologie unterscheidet das Wort Denken:

Kognition i.e.S. Erkennen, Identifizieren
Gedächtnisleistung
konvergentes Denken Finden einer logischen Schlussfolgerung
divergentes Denken
Kreativität anregen und fördern
Finden verschiedener logisch möglicher Schlussfolgerung → die Bewertung einer Lösung wird abgewägt [ Alternativen abschätzen ] und die Schlussfolgerung daraus [ Entscheidung ] im Hinblick auf das Problem die eine richtige Lösung angewandt. Das Denken steht dabei in Wechselwirkung mit den Wahrnehmungsprozessen:

  • Begriffsbildung [ Strukturieren ]
  • Abstrahieren [ Entscheidungen treffen, die nicht auf Erfahrungen basieren, – Loslösung – und dabei in theoretischen Modellen denken (vorstellen) ]
  • Schlussfolgern, Beurteilen und Bewerten [ Analysieren ]
  • Erinnern und Antizipieren [ Ereignis vorwegnehmen ]

Zum Beispiel hier unter: Techniken der Ideenfindung

Weitere Unterscheidungen des Denkens

Die Entwicklung des expliziten und impliziten Gedächtnis beginnt erst ab dem 18. Lebensmonat und baut sich über die Jahre langsam auf [ Verknüpfung von Hypothalamus (implizit) zu zentral Hippocampus (explizit) ]. Deswegen können wir uns auch nicht an die ersten 18 Lebensmonate erinnern, jedoch bleiben die erlebten Inhalte trotzdem und ohne feste Erinnerung verankert! Diese Früherfahrungen des Kindes haben bedeutenden Einfluss auf das Denken und emotionale Verhalten!

deklaratives oder
explizite Gedächtnis

(episodische, semantische Gedächtnisinhalte)
[ bewusst ]
Erlebte Inhalte sind bewusst und willentlich abrufbar,
→ Wiedererkennung [ Erfahrungen, Fakten (Zeit), Details ]
prozedurales oder implizite Gedächtnis [ unbewusst ]
Fertigkeiten die gelernt, automatisiert und unreflektiert ablaufen,
→ sogenannter “Autopilot” (Tastatur-10-Finger-System, Fahrrad fahren)
[ Implizites Gedächtnis = Emotionales Gedächtnis, wir können uns zwar nicht erinnern, doch bleiben die Eindrücke erhalten! ]
reproduktives Denken auf vorhandenes Wissen zurückgreifen und mit neuen Inhalten verknüpfen
produktives Denken deren Lösung wir noch nicht kennen, aber finden [ Kreativität ]
Priming Die Präsentation eines kurzen Vor-Reizes [ Prime (vorbereiten, vorzünden) ], kann eine schwache Beeinflussung (positiv/negativ) auf die später gestellte Aufgabe bewirken → [ Target = das Ziel ] . Ein Vor-Reiz kann zum Beipsiel unsere aktuelle Stimmung insofern beeinflussen, sodass wir in guter Stimmung jene Erinnerung hervorrufen, die kongruent [ übereinstimmend, deckend ] mit unseren Erinnerungen sind und in schlechter Stimmung, rufen wir eher negative Erinnerungen ab. Dieser dargebotene Reiz (Prime) löst eine Assoziierung aus [ aufgrund Erinnerungen, Einstellungen, Wissen .. ]. Es kann damit auch die Dauerhaftigkeit mancher Stimmungs-Situationen erklärt werden, die dabei tiefgreifende Auswirkungen auf das Denken, auf das Wahrnehmen und unser Verhalten hinterlassen.
Priming Beispiel:

  • Welche Farbe hat Schnee?
  • Welche Farbe hat ein Arztkittel?
  • Welche Farbe hat ein Brautkleid?
  • Was trinkt eine Kuh?

Genau: Eine Kuh trinkt Wasser. Auch wenn Ihnen jetzt eventuell “Milch” in den Sinn gekommen sein sollte. Dies kann aufgrund der assoziativen Verbindung der Farbe “Weiß” in Kombination mit “trinken und Kuh” sehr leicht passieren.


Sei aktiv! Positive Taten, gute Worte und wohltuende Gedanken geben dir Lebens- und Heilkraft. [ Dr. Ebo Rau (*1945) deutscher Mediziner ]
Quellenangaben +

Author: Sebastian Dalipi
Hinweis:
Dieser Artikel wurde 2011 erstmalig auf unserer anderen Webseite veröffentlicht.
Allgemeine Quellen:
Schönpflug Schönpflug Psychologie, Univ.-Prof.Dr.Wolfgang Schönpflug, Dr.Ute Schönflug, 4.Aufl.1997 ISBN 3-621-27270-4
Grundlagen der Psychologie für (zukünftige) Lehrer von Manfred Tücke, ISBN 3-8258-7190-8
Grundstudium allgemeine Psychologie von Prof.Peter R.Wellhöfer, 2.überarb. u.erg.Auflage. Stuttgart: Enke, 1990 ISBN 3-432-92192-6
http://www.sportwissenschaft.rub.de/mam/spomed/mitarbeitende/Jendrusch/ak_20_jendrusch__aufmerksamkeit-druckversion_.pdf
Dorsch Psychologisches Handbuch ISBN 3-456-83007-6
Ausbildung zum geprüften psychologischen Berater
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Fotograf: conwide.de

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