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Sex (sechs) Stile der Liebe

Sex (sechs) Stile der Liebe - Conwide, Community-Kontakt-Portal

Um die Liebesbeziehungen beziehungsweise Paarbeziehungen differenzierter zu beschreiben, hat der Soziologe John Alan Lee ein Modell (1973) der sechs Liebesstile entwickelt, die wir anhand der Quellen ergänzt haben. Diese sechs Liebesstile sollen vorrangig als Orientierungshilfe für Liebende sein, die auch von Paartherapeuten genutzt werden, um Merkmale bei Paaren leichter zu erfassen (Typologie).

Primäre Liebesstile

Eros

umgangssprachlich: leidenschaftliche Liebe, verliebt sein, Liebe auf den ersten Blick, romantische Liebe Eros-Liebende haben eine unmittelbare leidenschaftliche und körperliche Anziehung füreinander. Diese anfängliche Begeisterung kann sich als vorteilhaft erweisen, wenn darauf aufgebaut werden kann. Die körperliche Erscheinung der Partner ist dabei sehr wichtig (Attraktivität). Eros-Liebende können sich schnell auf die andere Person einlassen. Die Gefahr besteht hier, die Eros-Liebe zu idealisieren.

Ludus

spielerische Liebe Ludus-Liebende genießen die sexuelle Freiheit und ihre Abenteuer, wobei hier auch der Genuss mit mehreren Partner gleichzeitig geführt wird. Ludus-Liebende sind mehr die Spieler und nehmen dabei ihre Gefühle nicht all zu ernst, sie meiden daher eher lange Beziehungen (Affären). Hier ist es möglich, dass Ludus-Liebende Sex nur als Eroberung betrachten und sich entsprechend engagieren. Es kann aber auch sein, dass der Liebesstil Ludus besser zum Lebensstil passt. Sie bekennen sich dazu und kommen gut klar damit, auch nur für eine Nacht zu lieben.

Storge

freundschaftliche Liebe, sorgende Liebe Eine Storge-Liebe besteht aus gegenseitigem Interesse und Respekt, Zuneigung und Vertrauen, die aus einer innigen Freundschaft beständig gewachsen ist (tausendmal berührt, tausendmal ist nix passiert – aber tausend und eine Nacht ist es dann passiert). Dabei sind sich die Partner sehr ähnlich bzw. Ähnlichkeit wird als extrem wichtig empfunden. Gemeinsame Aktivitäten stehen im Vordergrund, hingegen der Sex eine geringere Bedeutung erfährt.

Sekundäre Liebesstile
Mischformen der primären Liebesstile

Mania

Raserei und Wahnsinn, besitzergreifende Liebe
(Kombination aus Eros und Ludus)
Manisch-Liebende ergreifen fast schon Besitz von ihrem Partner, sie sind wie besessen und lassen der anderen Person wenig Freiraum zu → extreme Forderung nach Aufmerksamkeit und Liebesbeweisen. Ein Wechselbad von starken Gefühlen und Verzweiflung, die sich in Eifersucht äußern kann (extreme Eifersucht – extremes Konkurrenzdenken, kann sogar auch auf eigene Familienmitglieder bezogen sein). Manisch-Liebende vermeiden ängstlich eine Trennung. Oft auch verwechselt mit der “romantischen Liebe”! Denn im Vergleich zu allen anderen Liebesstilen beruht die “besitzergreifende Liebe” meist nicht auf Gegenseitigkeit, vielmehr wird sie von einem Partner erlebt.

Pragma

pragmatische Liebe
(Kombination aus Ludus und Storge)
Bei der pragmatischen Liebe wird mehr mit dem Kopf geliebt als mit dem Herzen. Vordergründig wird die pragmatische-Liebe aus ökonomischen Aspekten geführt und ausgewählt (Vernunftsehe, Kinderwunsch, Singlesein beenden), als auf die Befriedigung von Gefühlen. Für pragmatisch-liebende ist die Kompatibilität sehr bedeutend. Pragmatisch-Liebende denken eventuell auch, dass sich die Liebe nur dann entwickeln kann, wenn bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt sind. Vorteilig bei der pragmatischen Liebe sind die realistischen Erwartungen, nachteilig der Mangel an Emotionen.

Agape

altruistische Liebe
(Kombinatian aus Storge und Eros)
Altruistisch-Liebende denken weniger an sich, sondern gehen zum Wohl des Partners Kompromisse ein (aufopfernd). Im Vordergrund steht also das Wohlergehen der anderen Person sowie die Hilfe zur Problembewältigung (gegenseitige Förderung; die Interessen des anderen unterstützen). Ihre Liebe ist eher spirituell orientiert als körperlich. Sex ist daher mehr ein Geschenk, als nur eine triebhafte Befriedigung. Auch bei Paar-Trennungen von altruistisch-liebenden, warten die Partner noch geduldig, da sie Schmerzen gegenüber dem Partner vermeiden wollen. Nachteilig ist, dass eventuelle Schuldgefühle hervorgehen können.

Auch wenn ein Liebesstil über längere Zeit beständig bleibt und es fast als festes Persönlichkeitsmerkmal interpretiert werden kann, so können sich die Liebesstile situativ und beständig im Laufe der Zeit verändern. Anteilige Eigenschaften oder eine Mischung aus den anderen Liebesstilen kann ein und dieselbe Person in sich vereinen. Sogar dann, wenn sie im ersten Moment widersprüchlich erscheinen. Beispielsweise lieben altruistisch-liebende sehr aufopfernd, können aber ebenso zu Untreue neigen.

Gleich und Gleich gesellt sich gerne?

Besonders bei der altruistischen Liebe (Agape) und freundschaftlichen Liebe (Storge) sind die Ähnlichkeitsmerkmale stärker vorhanden und damit partnerbezogener, als beispielsweise bei der pragmatischen Liebe. Ähnlichkeitsmerkmale sind zum Beispiel: Einstellungen (Werte, Ziele), Interessen, physische Attraktivität, sozioökonomischer Status (Bildung, beruflicher Status, Einkommen), kognitive Komplexität und natürlich der größte Unterschied zur pragmatischen Liebe, die Emotionen (tiefen Gefühle). Diese Ähnlichkeitsmerkmale müssen von den Partnern nicht gleich stark vorhanden sein, sondern können als wünschenswerte Eigenschaft positiv bewertet werden. Eigenschaften also, die man selber noch nicht besitzt, jedoch aber als komplementär empfindet. Erst die individuelle Entscheidung von vorhandenen oder nicht vorhandenen Ähnlichkeitsmerkmalen entscheidet über die Bedeutung und damit über die Wichtigkeit oder Unwichtigkeit. Somit können ungleiche Beziehungen auch eine hohe Beziehungsqualität erfahren, je nach persönlicher Wichtigkeit von Ähnlichkeitsmerkmalen.


Personen fühlen sich überwiegend aber durch Ähnlichkeit angezogen und nicht durch Gegensätzlichkeit. Daher kann man festhalten, dass “je mehr Ähnlichkeiten Paarbeziehungen aufweisen, desto höher die gegenseitige Bestätigung und damit die wirkende Belohnung auf beiden Seiten, die die Bindungsqualität als auch die Bindungsbereitschaft erhöht”.
Quellenangaben +

Author: Sebastian Dalipi
Allgemeine Quellen:
Persönlichkeitspsychologie von Lothar Laux, 2.Aufl.2008, ISBN 978-3-17-019836-4
Partnerwahl – Befunde und Theorien von Thomas Glöckner, 1.Aufl.2002, ISBN 978-3-640-73766-6
Liebe im Fokus der Paartherapie von Astrid Riehl-Emde, 2003, ISBN 3-608-91081-6
Sozialpsychologie von Elliot Aronson, Timothy Wilson, Robin M. Akert, 4.Aufl. 2004, ISBN 978-3-8273-7084-6
Bild im Header:
Fotograf: conwide.de

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