Conwide

Geben Sie uns wenige Sekunden. Wir laden die Seite .. .

Soziale Armut (5.2) vs. Fachkräftemangel

Soziale Armut vs. Fachkräftemangel - Conwide – Community-Kontakt-Portal

Im Zuge der Artikelserie: “Soziale Armut vs. .. ” und u.a. die Artikel Exportweltmeister, Europa mit Währungsunion (EWWU), darf das Thema Fachkräftemangel nicht fehlen. Wir sind weniger erstaunt, aber dennoch überrascht wieviel Energie und Geld in politische Artikel über Fachkräftemangel umgesetzt werden. Die Verweisung auf Demografie-Wandel und Fachkräfte-Mangel passt aber ins politische und unternehmerische Wahlprogramm, sowie die gleichzeitige Abwertung anderer Personen wie zum Beispiel, dass Jugendliche anscheinend zu dumm sind die einfachsten Aufgaben zu erledigen, aber Erwachsene sich gerne erklären lassen wie ein Smartphone oder Computer funktioniert. Beiden Seiten könnten trotz Unterschiede voneinander lernen. In der volkswirtschaftlichen Fachsprache spricht hierbei von positiven Wohlstandseffekten, wenn Personen oder Länder die jeweiligen unterschiedlichen Stärken gemeinsam nutzen können, um dadurch Vorteile aller Beteiligter zu erreichen (Lebensbedingungen, wirtschaftliche Bedingungen, ökologische Bedingungen). Der sogenannte Fachkräftemangel oder internationale Handel kommt fast ausnahmslos Großkonzernen mit Anteilseigner zugute, weniger aber der breiten Masse. Einzig der kulturelle Austausch bleibt als positiver Wohlstandseffekt. Lassen Sie sich also nicht von Fachwörtern in die Irre führen und achten Sie genau, wer von positiven oder negativen Wohlstandseffekten spricht.

Eine Instanz, die sich mit dem Thema Fachkräftemangel beschäftigt, ist die Webseite vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Folgende interessante Überschriften werden auf den Unterseiten des Bundesministeriums laut:

  • Das Portal zur Fachkräfte-Offensive 1
  • Eine guter Platz für Fachkräfte – Gemeinsam Deutschlands Zukunft sichern 2
  • Make it Germany 3

Was ist überhaupt eine Fachkraft?


Definition Fachkraft:
“Personen mit mindestens einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem vergleichbarem Sekundärabschluss.” 6

“Der deutsche Arbeitsmarkt ist im Umbruch: Während die vergangenen Jahrzehnte von Strukturwandel und hohen Arbeitslosenquoten geprägt waren, erlebt die Nachfrage nach Arbeitskräften derzeit einen regelrechten Boom.”.. (Stand 2011) 4

Interessant, ein Boom mit ca. 500.000 registrierten offenen Stellen und weit über 5 Millionen Arbeitslosen? Fairerhalber muss man betonen, dass es unter den Arbeitslosen auch Menschen gibt, die aufgrund gesundheitlicher Beschwerden nicht mehr alle Tätigkeiten ausüben können. Doch auch hierfür haben die Institutionen eine Antwort.

“Fachkräftemangel bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit ist ein strukturelles Phänomen des Arbeitsmarktes, das im konjunkturellen Aufschwung zunimmt. In der Ökonomie wird von “Mismatch” gesprochen, wenn offene Stellen auch bei Arbeitslosigkeit nicht besetzt werden können.”.. (Stand 2011) 4

Wieviele Fachkräfte würden überhaupt laut Studie fehlen?

  • Bis 2025 sollen schätzungsweise 6 Millionen Arbeitskräfte weniger zur Verfügung stehen
    (make-it-in-germany.com) 3
  • Bis 2030 – 5,2 Millionen Personen, davon 2,4 Millionen Akademiker und 600.000 geringqualifizierte
    (Prognos-Institut) 4
  • Bis 2020 – nur 2 Millionen fehlenden Fachkräften
    (Laut McKinsey-Studie) 4

“Trotz solcher Engpässe in einzelnen Berufsgruppen und Regionen kann man aber heute noch nicht von einem generellen Fachkräftemangel in Deutschland sprechen.”..
(Stand 2011)4

Hauptsache einen Job?

Die wachsende Zahl der Ausbildungsmöglichkeiten auf dem dritten Bildungsweg (bsp.: Fachwirt, Betriebswirt, Fern- und Abenduniversität ..) sind zwar lobenswert, automatisiert aber den Wettbewerb der Bewerber untereinander, sodass einige Bewerber schnell bereit sind jeden Job anzunnehmen, egal wie der Kurspreis (Lohn/Arbeitsbedingungen) aktuell steht. Unternehmen und Politik begründen die zunehmende Leistungserhöhung bzw. Qualifikationsintensität der Bewerber mit nationalen und internationalen Wettbewerb. Doch letztendlich werden “geringqualifizierte”, als auch “hochqualifizierte” ins Abseits gedrängt und das trotz möglicher praxisnaher Stellenbesetzung. Die oftmals kostenintensive Bildung auf dem dritten Bildungsweg hat aus dieser Perspektive erstmal nur einen persönlichen Vorteil. Ein Blick in Stellenbeschreibungen zeigen die steigenden Anforderungen und die Wünsche der Unternehmen.

Fehlbesetzungen Fachkräftemangel?

Auch verfälschen unnötige Fehlbesetzungen von Fachkräften die Statistiken, was den zukünftigen Bedarf bzw. die zukünftige Berufswahl erschwert. Selbstverständlich darf jede Person den Berufsplatz frei wählen. Dennoch haben Unternehmen die Verantwortung, Stellenpositionen nicht überqualifiziert oder falsch zu besetzen. Denn durch Fehlbesetzungen werden Entwicklungspotenziale beim Bewerber vergeudet als auch langfristig die Arbeistmotivation sinken. Gleichzeitig werden Fachkräften des ersten Grades (ohne akademischen Ausbildung) die Chance genommen sich in ein neues Unternehmen einarbeiten zu dürfen.

Bewerberauswahl?

Je mehr Bewerberprofile /-Qualifikationen ein Personalbüro auf dem Tisch vorliegen hat, desto eher kann nach dem günstigsten und anschmiegbarsten Alleskönner gesucht werden. Dabei ist es irrelevant, ob die geforderten Qualifikationen in der Praxis wirklich benötigt werden oder nicht. Hier wird auch von Akademisierung einfacher Stellenpositionen gesprochen mit nachteiligen Verdrängungseffekten für die Gesamtwirtschaft. Universität und Fachhochschule führen zudem einen Qualifikations-Krieg untereinander aus, wer denn nun der Bessere ist.


Deutschland hat keinen Fachkräftemangel, sondern wenn überhaupt zeitliche bis regionale Engpässe, die sich aber im System immer ergeben werden. Unternehmer sind verständlicherweise auf der Suche nach dem einen Top-Kandidaten (eierlegende Wollmilchsau), wonach Bewerber alle noch so schwierige Aufgaben und Anforderungen in jüngsten Lebensjahren erfüllen sollen ohne dabei große betriebliche Aufbauinvestition oder gar eine längere Einarbeitunsgszeit leisten zu wollen. Doch für hohe und sogar für einfache Spezialisierungsanforderungen waren und sind einzig die Betriebe verantwortlich. Kein Staatensystem und kein Ausbildungssystem könnte dem je gerecht werden. Man kann also behaupten, dass der Fachkräftemangel in Deutschland (-Werbung/Propaganda) als Argument für die verschiedestensten Ziele verwendet wird (Destabilisierung der Herkunfts- und Bestimmungssländer, Gewinnmaximierung, Gesetze .. ).

Fachkräftemangel in Deutschland im Jahr 1962?

Ein Fachkräftemangel im Vergleich zu den Jahren 1962 und 2014.

Fachkräftemangel Deutschland? - Conwide, Community-Kontakt-Portal

  • Anhaltender Arbeitskräftemangel im Jahr 1962 5
    ca. 550.000 offene Stellen registriert und die Zahl der Arbeitslosen belief sich auf 140.000 Personen
  • Fachkräftemangel im Jahr 2014 6
    ca. 500.000 offene Stellen registriert und die Zahl der Arbeitslosen beläuft sich weit über 5 Millionen Personen

Diesbezüglich können Sie gerne nochmal zum Anfang unserer Artikelserie gehen, denn dadurch wird Ihnen jetzt so manches klarer, zum Beispiel mit diesem Artikel: « Soziale Armut (1.1) vs. Wirtschaftskrise »


Die Fachkräfte-Initiative Deutschland hat großteils nur den Zweck, Arbeiter aus dem Ausland günstig zu beziehen, um dadurch den Druck auf die inländischen Bewerber zu erhöhen. Um den Lohn niedrig zu halten, gibt es beim Bewerbungsgespräch die verschiedensten Ausreden (fehlende Berufserfahrung, fehlende Qualifikationen, zu alt, zu unerfahren, zu jung, nicht zielstrebig genug ..). An der Arbeitsmarktpolitik sind “nicht” die zugereisten Ausländer schuld, sondern die politische und unternehmerische Ausrichtung mit medialer Unterstützung. Die Bürger oder der “Pöbel” sollten sich also nicht gegenseitig, wie eventuell erwünscht den Lebens- und Arbeitsraum gegenseitig streitig machen, sondern bedacht mal über die tiefen Zusammenhänge nachdenken. Die unternehmerische und politische Arbeitsplatzflexibilisierung (Zwangs-Mobilität) wurde seit der Europa-Entstehung verstärkt gefördert – Lohndumping durch ein größeres Angebot an Arbeitskräften … . Zudem wird kaum die Frage gestellt, wie hoch der Anteil an Unternehmen selbst doch wiegt, wenn über die Jahre gutes Fachpersonal in der Nähe vergrault wurde (Kündigungen, eigene innere Kündigung, Auswanderung ..).

Die politischen und unternehmerischen Instanzen würden gut daran tun, das Wort Fachkräftemangel mit dem Wort “zusätzlicher Ersatzbedarf auf Zeit” zu ersetzen. Dieses Wort diskriminiert die inländischen Fachkräfte hinsichtlich der Ausbildung und Qualifikation nicht und hat zugleich die Aussage, dass der Ersatzbedarf in beide Richtungen fließt und abfließt. Sollte der Ersatzbedarf eine prozentuale Höhe überschreiten, kann von Planungsfehlern aus der Industrie und soziopolitischen Fehlern aus der Politik gesprochen werden.
Quellenangaben +

Author: Sebastian Dalipi
Webseite:
1 http://www.fachkraefte-offensive.de/DE/Service/Fachkraft-Engpass-Monitor/fachkraft-engpass-monitor-info.html;jsessionid=94862BDD1F2F857DD0A2D6A71109801C
2 Faltblatt-Fachkraefte-Offensive.pdf
http://www.make-it-in-germany.com/
3 http://www.make-it-in-germany.com/unternehmen/
4 Perspektive 2025: Fachkräfte für Deutschland, Bundesagentur für Arbeit (2011)
5 2, 6, 8
www.arbeitsagentur.de/web/content/Perspektive-2025
6 Geschäftsbericht Bundesbank 1962
http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Geschaeftsberichte/1962_geschaeftsbericht.pdf?__blob=publicationFile
6 http://conwide.de/soziale-armut-vs-arbeitslosigkeit-kosten-sozialbudget
Bild im Header:
Fotograf: Marcel Malleike, Titel: red lightning, URL: http://piqs.de/fotos/171130.html, Some rights reserved. CC-Lizenz (BY 2.0)

Kommentare +
0 Kommentare
Kommentar verfassen

Hinterlasse ein Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

©2017 Conwide Community-Kontakt-Portal (Dating), Version 2

Mit Ihren Daten anmelden

oder    

Haben Sie Ihre Zugangsdaten vergessen?

Create Account