Wertschätzung versus Leistungsorientierung - 100 Prozent Verfügbarkeit - Conwide - Community-Kontakt-Portal

Wir alle möchten im Privaten als auch im Beruflichen anerkannt und unbedingt wertgeschätzt werden (bedingungslos). Über Lob, Liebe und guter Behandlung nehmen wir uns als Person wahr und fühlen uns damit wertgeschätzt, auch wenn unser Verhalten dabei nicht immer korrekt ist. Die wertgeschätzte Person wird als vollständige Person angenommen und nicht nur auf die Funktionen der sichtbaren und messbaren Leistung reduziert. Dieses Bedürfnis nach Wertschätzung kann jedoch von Person zu Person unterschiedlich stark variieren. Wertschätzende Partnerschaften sind daher die Basis für gemeinsames, persönliches Wachstum und psychischer Stabilität.

Die bedingte Wertschätzung hingegen ist, wenn eine Person erst und meist immer ein bestimmtes Verhalten zeigen muss, um die Wertschätzung der anderen Person zu erhalten. Beispielsweise erfahren Kinder nur die Akzeptanz, dass “Geliebt werden” der Eltern, wenn die Kinder das geforderte Verhalten zeigen oder auch nicht zeigen! Falls das Kind diese bedingte Wertschätzung als Lernprozess beibehält, kann dieses Feld als störende Personenentwicklung beibehalten werden. Beispielsweise kann die eigene Person als zu gering geschätzt werden und die Person kann auch stärker abhängig von der Bewertung anderer sein. Im überstarken Fall kann es so weit führen, dass die Person immer jedem gefallen möchte und die Person dadurch angepasster wirkt oder sich Dinge vorstellt, die gar nicht vorhanden sind. Sich als Person individuell und ohne Zweifeln ausdrücken zu können, wird schwieriger.


Es ist unumstritten, dass Eltern nicht jede Verhaltensweise des Kindes billigen können, jedoch sollten Eltern ihren Kindern trotzdem zeigen, dass sie ihre Kinder wertschätzen, auch wenn sie mit bestimmten Verhaltensweisen oder Verhaltensreaktionen nicht einverstanden sind.

Arbeit und Wertschätzung

Die Arbeitswelt mit ihren Gesprächskonzepten (Mitarbeitergesprächen) fühlen sich für diese Art von Wertschätzung nicht verantwortlich. Dabei wäre eine unbedingte Wertschätzung auf der Arbeit ebenso wichtig und würde sich auf anderen Lebensbereichen, sowie auf die Gesellschaft fördernd auswirken. Aber ein Unternehmer ist nicht gleich ein Unternehmer, und ein Vorgesetzter ist nicht gleich eine Führungs-Vorbildfunktion. Heutige Mitarbeitergespräche verfolgen ein ganz anderes Ziel und verlaufen daher anders. Nur jene Personen, die immer die geforderte Leistung erbringen, erhalten, wenn auch oberflächlich die nötige Wertschätzung. Personen, die von der Leistungsforderung abfallen, aber trotzdem für ein Unternehmen wichtig sein könnten, werden früher oder später aussortiert. Öfters zeigt sich diese geringe Wertschätzung darin, dass der Mitarbeiter in seiner Leistung abfällt. Dabei muss der Leistungsabfall für den Vorgesetzten oder Kollegen nicht mal ersichtlich sein. Auch sind die Personen weniger psychisch belastbar und auch öfters krankgeschrieben. Und das nicht, weil diese Personen zu schwach sind, sondern weil die Wertschätzung und damit der Antrieb fehlt. Das Problem hierbei ist aber, dass die geringe Wertschätzung natürlich schon aus dem privaten Leben der Arbeitnehmer resultieren kann.
Das andere Problem haben Unternehmer als auch die anderen Wirtschaftseinheiten dennoch über die notwendige “Muss-Arbeit” teilweise reguliert, indem dem Arbeiter gar keine andere Wahl gelassen wird, als für fast jede Bedingung arbeiten zu müssen. Auferlegt durch die zusätzlichen und eigenen finanziellen Verpflichtungen, ist der Arbeiter in seinem System gefangen und kann sich nur schwer davon zu lösen. Diese geforderte Leistungsorientierung kann und möchte nicht jeder Mensch tragen.

Beziehung und Wertschätzung

Aufgrund von Erziehung (Schule, Ausbildung, Medien, Politik ..) folgen auch Beziehungen dieser Leistungsorientierung, wo Kritik, Blamierung, verbale Schläge in die Persönlichkeit mehr überwiegt, als gute Taten aus dem Herzen heraus zu loben. Manchmal werden Frühsignale wie mangelndes Interesse, Abwesenheit, Unlust, Einsatzfreude .. , genauso wie in der Arbeitswelt falsch interpretiert und als persönliches Makel abgeschoben. Viele Beziehungen wirken entgegen den besten Absichten und merken dabei nicht, dass Sport-Kritik ohne konstruktive Lösungsvorschläge die Beziehung zerstört.


Fehlende Wertschätzung auf dem Gebiet der Arbeit und im Privatleben wirkt negativ auf die Personenentwicklung und auf die Beziehungsstabilität. Eine Person, wird einen Mangelzustand an Wertschätzung ausgleichen wollen und sucht für sich nach eigenen Konzepten, wo die nötige Wertschätzung erfahren wird. Die Person wird kurzgefasst nach anderen Wegen der Belohnung suchen. Dieses Belohnungssystem muss dabei nicht immer auf friedvoller Basis umgesetzt werden!

Aufrichtige Anerkennung und Wertschätzung gehören zu den sozialen Bedürfnissen eines jeden Menschen und können das ganze Leben positiv verändern. Das Gegenteil von aufrichtiger Anerkennung ist Schmeichelei (billiges Lob), die eine aus dem Herzen, die andere nur aus dem Mund. “Jemanden Honig ums Maul schmieren” wie man im Volksmund so nett sagt, wirkt meist nur bei hungernden Personen beziehungsweise die ein hohes Geltungsbedürfnis haben.
Quellenangaben +

Author: Sebastian Dalipi
Bücher: Differentielle Psychologie von Prof.Dr.Thomas Rammsayer, Prof.Dr.Hannelore Weber, 2010, ISBN 978-3-8017-2171-8
Bild im Header:
Fotograf: NASA Goddard Space Flight Center, Titel: Most Amazing High Definition Image of Earth - Blue Marble 2012, URL: http://piqs.de/fotos/139100.html, Some rights reserved. CC-Lizenz (BY 2.0)

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