Europäische Zentralbank, Kreditzins? - Conwide, Community Kontakt Portal

Das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) besteht aus der Europäischen Zentralbank (EZB) und den nationalen Banken (zur Zeit 28 in der EU), welches am 1.Januar 1999 sein Dienst aufnahm.1

Die Europäische Zentralbank mit Sitz in Frankfurt hat den Status der ehemaligen Deutschen Bundesbank übernommen. Geldpolitische Entscheidungen trifft dabei der EZB-Rat (Direktorium und die Präsidenten der nationalen Notenbanken). Die Europäischen Zentralbank (EZB) agiert unabhängig von Weisungen des EU-Ministerrats und der EU-Kommission. Mehr Infos » EZB-Rat


Vorrangige Ziel der Europäischen Zentralbank:
Die Preisstabilität in einer Volkswirtschaft zu gewährleisten.
(so die Theorie)

Ziele einer Bank?

Ziel der Bank ist es, Geld zu verleihen. Dafür müssen die Geschäftsbanken Sparer finden und gleichzeitig Schuldner suchen. Die Geschäftsbanken selbst sind Zwischenhändler und handeln entweder untereinander oder die Geschäftsbanken leihen sich Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Höhe der Leihgebühr zwischen der Europäischen Zentralbank (EZB) und den anderen Geschäftsbanken nennt sich: Leitzins.

Wir Konsumenten zahlen bei unserer Geschäftsbank (Hausbank) den Kreditzins, der entweder höher ausfällt (Kreditzinsen steigen an) oder niedriger ausfällt (Guthabenzinsen werden weniger) als der Leitzins.

Leitzins und Auswirkungen für Kreditnehmer?
Europäische Zentralbank und Leitzins

Inwieweit die Banken die Zinsen für die Kunden anpassen, ist umstritten. Auch wenn die Geschäftsbanken sich durch einen günstigen Leitzins über die europäische Zentralbank Kredite beschaffen können, bedeutet das nicht, dass die günstigen Konditionen an den Kunden weitergegeben werden.

  • Falls die Anpassung von Leitzinssenkungen für günstige Kredite erfolgt, dann zeitlich meist stark verzögert.
  • Falls die Anpassung von Leitzinssenkung erfolgt, dann auf Guthabenzinsen relativ schnell und der Sparkunde erhält jetzt weniger Zinsen auf seine Geldanlage.

» Aktueller Leitzins – Zinssatz der Zentralbank von Europa «

Wann sind Kredite günstig?

Auswirkungen von Leitzinserhöhung und Leitzinssenkung für den Kunden

↑  Steigt der Leitzins der Europäischen Zentralbank Werden die Kredite für den Konsumenten teurer
↑  Steigt der Leitzins der Europäischen Zentralbank Werden die Guthabenzinsen für den Konsumenten auch höher ausfallen
↑  Steigt der Leitzins der Europäischen Zentralbank Soll die Inflation dämpfen
↓  Sinkt der Leitzins der Europäischen Zentralbank Werden die Kredite für den Konsumenten günstiger
↓  Sinkt der Leitzins der Europäischen Zentralbank Werden die Zinsen für Geldanlagen und Girokonten sinken
↓  Sinkt der Leitzins der Europäischen Zentralbank Soll die Wirtschaft in Form von Kreditvergaben wieder beleben
Je niedriger der Leitzins der Europäischen Zentralbank, desto schlechter geht es der Masse an Menschen in einer Volkswirtschaft und um die strukturelle Volkswirtschaft selbst.

Investitionsentscheidungen und der Zins?

Auch wenn der Zins für betriebliche Investitionen und auch private Investitionen wichtig ist, entscheidet nicht alleine der Zinssatz, ob eine Investition getätigt werden soll oder nicht. Viele andere Faktoren wirken und entscheiden den Prozess der Investition mit.

Beispiele für Investitionsentscheidungen

  • Gewinnerwartungen
  • Prognose in die Zukunft
  • nationale und internationale wirtschaftliche Situation
  • erwartete und veränderte Kosten
  • persönliche Beweggründe
  • Arbeitsplatzsicherheit
  • und und ..

Preisstabilität EZB?

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Europa Raum, um die Preisstabilität zu gewährleisten, einen Referenzwert von 4,5% bei M3 ?M3 ist M2 plus Bargeldumlauf außerhalb des Bankensystems, die kurzfristig mobilisiert werden kann wie Einlagen auf Girokonten, Einlagen aus Schuldverschreibungen (bis zu 2 Jahre), Spareinlagen (3 Monate Kündigungsfrist), Repogeschäfte (Wertpapiergeschäfte), Anteile an Geldmarktfonds und Geldmarktpapiere an. Dieser Referenzwert von 4,5% setzt aber voraus, dass das Bruttoinlandsprodukt, also die gesamtwirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft – jährlich um 2,5 Prozent steigt. Die anderen 2 Prozent setzen sich zusammen aus jährlicher Preissteigerungsrate der Produkte und die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes (Theorie).

Dass eine Volkswirtschaft nicht stetig und jährlich eine 2,5 -prozentige Wachstumsrate [Bruttoinlandsprodukt] erzielen kann, zeigt, auf welchem unstabilen Konstrukt eine Volkswirtschaft beziehungsweise hier Europa aufgebaut ist.

Eine 2,5 -prozentige Wachstumsrate würde beispielsweise vereinfacht bedeuten, dass im Jahr 2000 alle Bäckereien 1000 Brote verkaufen und im Jahr 2001 = 1025 Brote. Diese Annahme mag sich vorerst realistisch anhören, jedoch wird das Wachstum nicht und bis in alle Ewigkeiten stetig steigen können, außer die Menschen werden zu Massenkonsum angetrieben, um das System aufrecht zu erhalten. Desweiteren bemerken Sie sicher schon auf Ihrer Arbeit die Arbeitsverdichtung – denn alle Bäckereien wollen ja schließlich das Ziel erreichen .. .

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat also die Aufgabe die Geldmenge so zu steuern [Geldmengenwachstum M3] wie entsprechend die Gütermenge in einer Volkswirtschaft wächst (Bruttoinlandsprodukt-Zuwachs).

Probleme entstehen, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) oder die FED [ Federal Reserve System, synonym die private US-Notenbank ] sich nicht an die Regeln: Geldmenge zu Bruttoinlandsprodukt ?Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) misst nur die verkauften Waren und Dienstleistungen, die in einer Periode in einer Volkswirtschaft angeboten und abgerechnet werden. Dabei gibt das Bruttoinlandsprodukt keine Auskunft über Wohlstand oder Wohlbefinden in einem Land, sondern misst nur die wirtschaftliche Aktivität in Zahlen gemessen. Zum Beispiel steigert jeder Autounfall das Bruttoinlandsprodukt (BIP) insofern, weil durch die Dienstleistung ein Neuwagen, Werkstatt oder Abschleppdienst in Anspruch genommen wird. Auch umweltbedingte Faktoren wie beispielsweise: Sturmschäden und dessen Wiederaufbau, fließen in die Berechnung des Bruttoinlandsprodukt ein. Das Bruttoinlandsprodukt zeigt als nur einen Geldstrom an, nicht aber den Lebensstrom und damit das Wohlbefinden der Menschen. Das Bruttoinlandsprodukt ist nur im Vergleich zu anderen Ländern interessant. Volkswirtschaften sind geneigt das Wachstum Pro-Kopf (BIP) anzuzeigen, jedoch kann das reale Einkommen bzw. das verfügbare Einkommen mehr aussagen. Die Einkommensverteilung kann auch grafisch dargestellt werden (z.B. Lorenzkurve). halten. Meist ist die Geldmenge höher als die gesamtwirtschaftlichen Leistungen einer Volkswirtschaft (BIP) und die Folgen daraus sind → Inflation und Verschuldung.

Weitere Aufgaben der Europäischen Zentralbank (EZB)

  • Die Geldpolitik des Euro-Währungsgebiets festzulegen und auszuführen
  • Durchführung der Devisengeschäfte im Rahmen der Wechselkurspolitik
    sogenannte Interventionspflicht (siehe Wechselkurse in unserem Blog)
  • Die offiziellen Währungsreserven der Mitgliedstaaten zu halten und zu verwalten
  • Förderung der Banknotenausgabe der nationalen Notenbanken
  • Banknoten: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat das ausschließliche Recht, die Ausgabe von Banknoten innerhalb des Euroraums zu genehmigen
  • Aufsicht über die Kreditinstitute und Stabilität des Finanzsystems
  • Internationale und europäische Zusammenarbeit

Geldpolitische Instrumente der Europäischen Zentralbank (EZB)

Refinanzierung =
Geschäftsbanken beschaffen sich Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) bzw. die Europäische Zentralbank verfolgt die Absicht vermehrt Geld in Umlauf zu bringen.

I. Offenmarktpolitik

Ankauf und Verkauf von Wertpapieren ?§1 WpÜG, §221 AktG z.B. Schatzwechsel, Schuldverschreibungen, Bankschuldverschreibungen, Aktien – Der Kauf seitens der Zentralbank, nennt man Pensionsgeschäfte §340b HGB zwischen der Europäischen Zentralbank (EZB) und den Geschäftsbanken = Offenmarkt,
Verwendung des Zinstenders ?Seit dem Jahre 2000 nur noch der Zinstender, nicht mehr der Mengentender! Die Geschäftsbanken müssen unter Angabe des Kaufpreis auch ein entsprechendes Zinsgebot abgeben. Der Zinssatz darf nicht unter dem der EZB Mindestbietungssatz liegen. Entsprechend dem Zuteilungsverfahren werden diese Gebote verteilt [ es gibt die holländische Variante (einheitlicher Zins) und die amerikanische Variante (individueller Zins) ]

II. Ständige Fazilitäten

Spitzenrefinanzierungsfazilität ?Über Nacht können die Geschäftsbanken aus Europa – sich Geld bei der EZB – zu einem bestimmten Zinssatz ausleihen (marginal lending facility). Dieser Zinssatz bei der EZB bildet die Obergrenze der Finanzierungsmöglichkeiten. Verleiht die EZB beispielsweise Geld zu 5,0 Prozent Zins, so wird sich keine andere Geschäftsbank erlauben den Zins von 5,0 Prozent zu überschreiten.
Einlagefazilität ?Geschäftsbanken aus Europa können Ihr Guthaben, überschüssige Liquidität – kurzfristig – bis zum nächsten Tag bei der EZB verzinst anlegen (over night). Die Verzinsung bei der EZB bildet die Untergrenze des Guthabenzins. Keine Geschäftsbank wird es sich leisten können die garantierten Guthabenzinsen der EZB zu schlechteren Konditionen anzubieten. Da alle anderen Geschäftsbanken ihr Geld ansonsten bei der EZB anlegen würden, anstatt bei anderen Geschäftsbanken.
III. Mindestreservepolitik ?Geschäftsbanken müssen eine Mindesteinlage bei der EZB halten, diese wird mit dem Mindestreservesatz (r) gesteuert. Die Europäische Zentralbank kann mit dem (r) eine leichte Steuerung des Geldmarktes (Geldvolumen) vornehmen – verkleinert oder vergrößert den Geldschöpfungsmultiplikator und begrenzt damit die vielfache Kreditvergabe der Geschäftsbanken. Bei Senkung des Mindestreservesatz haben die Geschäftsbanken mehr Geld zur Verfügung (Kreditvergabe). Bei Erhöhung des Mindestreservesatz haben die Geschäftsbanken weniger Geld zur Verfügung.

Quellenangaben +

Author: Sebastian Dalipi
Hinweis:
Dieser Artikel wurde 2010 erstmalig auf unserer anderen Webseite veröffentlicht.
Allgemeine Quellen:
1 http://europa.eu/about-eu/institutions-bodies/ecb/index_de.htm
Volkswirtschaftslehre, 4.Auflage 2000 ISBN 3-8085-9504-3
Außenwirtschaft 8.Auflage von Horst Siebert, Oliver Lorz ISBN 978-3-8282-0369-3
http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Buch_Broschuere_Flyer/geld_und_geldpolitik.html
http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/FAQ_Listen/faq_zum_thema_geldschoepfung.html?docId=175766#175766
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